Der neue Server: Teil 7 roundcube

Oft hat man nicht die Möglichkeit mit einen E-Mail Client – wie z.B. Evolution oder Thunderbird – arbeiten zu können, deshalb wird hier darauf eingegangen wie man einen Webmailer – in diesem Fall roundcube – inkl. postfixadmin-Integration und Sieve-Plugin installiert.

imapproxy

Da http ein “stateless”-Protokoll ist, kann es – anders als IMAP-Clients – keine Verbindungen offen halten und stellt deshalb sehr viele unnötige “LOGIN”-Anfragen. Um dies zu verhindern wird ein imapproxy installiert. Dieser wird dem Webmailer vorgeschaltet und hält die Verbindungen geöffnet. Stellt der Webmailer nun eine Anfrage an den Proxy, sucht dieser die Verbindung raus und benutzt die bestehende Verbindung anstatt eine neue aufzubauen. Der Proxy hält die Verbindung nicht für eine unbestimmte Zeit offen, sondern schließt sie nachdem ein Timeout abgelaufen ist.

Installation:

aptitude install imapproxy

Konfiguration:

listen_address 127.0.0.1

Wir ändern nur die oben genannte Zeile, den Rest belassen wir wie er ist. Da der IMAP-Proxy auf dem gleichen System wie der Mailserver läuft, lassen wir nur lokale Verbindungen zu.
Wenn nun ein Programm/Skript den IMAP-Proxy nutzen soll, gibt man Port 1143 an, anstatt Port 143.

roundcube

Für roundcube brauchen wir zunächst einen vHost. Im Weiteren wird davon ausgegangen, dass roundcube unter https://webmail.domain.tld/ verfügbar ist.
Zunächst muss die neueste roundcube Version von http://roundcube.net/ heruntergeladen und in den vHost entpackt werden, damit es über https://webmail.domain.tld/ verfügbar ist.
Nun legen wir eine Datenbank inkl. Benutzer für roundcube an und importieren das postgres-Schema:

su - postgres
psql template1
CREATE USER roundcube WITH PASSWORD 'password';
CREATE DATABASE roundcube WITH OWNER roundcube ENCODING 'UNICODE';
\c - roundcube
\i /PFAD/ZU/ROUNDCUBE/SQL/postgres.initial.sql
\q

Nun rufen wir im Browser roundcube auf, hängen der URL aber noch “/installer” an und folgen danach den Anweisungen. Nachden wir die Konfigurationsdateien kopiert und am aufgeforderten Ort gespeichert haben, können wir roundcube über den Browser aufrufen und uns mit unserem IMAP-Benutzernamen und -passwort anmelden. Jedoch sollte man damit noch warten, bis postfixadmin-bridge installiert ist, denn dann wird automatisch der vollständige Name aus den postfixadmin-Tabellen übernommen.

postfixadmin-bridge

Zur Installation von rcpfa (= postfixadmin-bridge) wird patch benötigt:

aptitude install patch

Danach entpackt man rcpfa in den roundcube Ordner, wechselt in das neue Unterverzeichnis und führt folgenden Befehl aus:

sh INSTALL.TXT

Sollten während des Patch-Vorgangs Probleme auftreten, kann man sich die *.rej-Dateien anschauen und die Probleme ggf. händisch lösen. Nach der Installation muss noch die roundcube-Konfiguration angepasst werden (beim Patchen wurden neue Variablen in der Konfiguration hinzugefügt) und danach kann man im Einstellungs-Tab von roundcube Einstellungen aus postfixadmin ändern.

sieve rules

Das sieve-Plugin für roundcube kann man hier herunterladen: http://www.tehinterweb.co.uk/roundcube/#ptsieverules und anschließend mit

patch -ul -d /PFAD/ZU/ROUNDCUBE/ -p1 < /PFAD/ZUM/PATCH

installieren.
Die parallele Installation von rcpfa und sieve rules ist problematisch, da der Patch-Vorgang sehr wahrscheinlich an einer Stelle fehlschlägt und man selbst Hand anlegen muss.
Auch dieses Plugin hat Variablen zur roundcube-Konfiguration hinzugefügt, die angepasst werden müssen, bevor das Plugin benutzt werden kann.

mutt

Um auch über die Konsole auf E-Mails zugreifen kann, installieren wir zusätzlich noch mutt. Manche Leute fragen sich vielleicht, wozu man einen Konsolenmailer braucht, bzw. brauchen könnte. Ein interessanter Punkt ist, dass mutt einen weitaus größeren Funktionsumfang als ein Webmailer bietet und außerdem sieht es auch schick aus, wenn man seine Mails auf der Konsole liest.

Installation:

aptitude install mutt

Eine einfache Konfiguration (“~/.muttrc“):

set folder="imap://localhost"
set spoolfile="imap://localhost/INBOX"
set imap_authenticators="LOGIN"
set imap_user="username"
set imap_pass="password"
set move=no
 
set editor='vim -c "set t_Co=8" -c "syntax on" -c "/^$" -c "set tw=72" -c "set number"'
set header_cache=~/.mutt_header

Die mutt-Konfiguration ist sehr rudimentär und sollte zusätzlich noch an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, z.B. Sent-Ordner definieren, GPG-Schlüssel definieren, …

Quellen:

http://roundcube.net/

http://nejc.skoberne.net/projects/rcpfa/

http://www.tehinterweb.co.uk/roundcube/#ptsieverules

Der neue Server: Teil 5 postfix

Hier wird erklärt wie man postfix mit postgreSQL-Backend installiert, dovecot inkl. sieve konfiguriert, sowie postfixadmin einrichtet, um postfix bequem über ein Webinterface verwalten zu können.

Datenbank anlegen

Als Erstes legen wir einen Datenbankbenutzer inkl. Datenbank für postfix an:

su - postgres
psql template1
CREATE USER postfix WITH PASSWORD 'password';
CREATE DATABASE postfix WITH OWNER postfix ENCODING 'UNICODE';
\q

Verzeichnis anlegen

Später werden alle Mailboxen unter “/var/vmail/DOMAIN/BENUTZERNAME/maildir/” liegen, deshalb erstellen wir nun den Ordner “/var/vmail” und vergeben entsprechende Rechte. Die Einsortierung nach “/var/vmail/DOMAIN/BENUTZERNAME/maildir/” geschieht später über SQL-Queries automatisch.

useradd -r -u 150 -g mail -d /var/vmail -s /sbin/nologin -c 'Virtual mailbox' vmail
mkdir /var/vmail
chmod 770 /var/vmail/
chown vmail:mail /var/vmail/

postfixadmin

postfixadmin installieren wir direkt aus deren svn-Repository, um mit der aktuellste Version zu arbeiten. Sollte es zu Problemen kommen, kann man über http://postfixadmin.sourceforge.net/ die neueste stabile Version herunterladen.

cd /var/www/
svn co https://postfixadmin.svn.sourceforge.net/svnroot/postfixadmin/trunk postfixadmin-svn
ln -s postfixadmin-svn postfixadmin

Danach passt man die Konfigurationsdatei “/var/www/postfixadmin/config.inc.php” an seine Wünsche und Anforderungen an. Nach Ausführen des “setup.php”-Skripts im Browser (und anschließendem Löschen/Umbenennen) ist postfixadmin einsatzbereit.

postfix

postfix installieren:

aptitude install postfix postfix-pgsql postfix-pcre

Während der Installation von postfix wird man gefragt, wie man postfix konfigurieren will, dort wählt man “Internet Site” aus (wobei dies später irrelevant ist, da wir die Konfiguration komplett selbst schreiben).

Datenbankverbindung konfigurieren

Damit postfix mit den Accounts, die in postfixadmin angelegt werden zusammenarbeitet, müssen wir verschiedene SQL-Queries anlegen:

relay-domains.cf:

user            = postfix
password        = xxxxxxx
dbname          = postfix
hosts           = localhost
query = SELECT domain FROM domain WHERE domain = '%s' AND backupmx = true

virtual-alias-maps.cf:

user             = postfix
password         = xxxxxxxx
dbname           = postfix
hosts            = localhost
query = SELECT goto FROM alias WHERE address='%s' AND active = true

virtual-domain-maps.cf:

user             = postfix
password         = xxxxxxxx
dbname           = postfix
hosts            = localhost
query = SELECT domain FROM domain WHERE domain='%s' AND backupmx = false AND active = true

virtual-mailbox-limit-maps.cf:

user             = postfix
password         = xxxxxxxx
dbname           = postfix
hosts            = localhost
query = SELECT quota FROM mailbox WHERE username = '%s' AND active = true

virtual-mailbox-maps.cf:

user             = postfix
password         = xxxxxxxx
dbname           = postfix
hosts            = localhost
query = SELECT maildir || 'maildir' || '/' FROM mailbox WHERE username='%s' AND active = true

recipient checks

Mit recipient checks kann man E-Mailadressen anhand von regulären Ausdrücken prüfen und dadurch Mails entweder annehmen oder ablehnen. Hier werden invalide E-Mailadressen, bzw. welche mit “seltsamer” Syntax abgewiesen und E-Mails an postmaster, hostmaster, webmaster und abuse immer angenommen.

/etc/postfix/recipient_checks.pcre:

/^\@/             550 Invalid address format.
/[!%\@].*\@/      550 This server disallows weird address syntax.
/^postmaster\@/   OK
/^hostmaster\@/   OK
/^webmaster\@/    OK
/^abuse\@/        OK

mx access

Über diese Datei werden E-Mails von Gegenstellen aus privaten IP-Blöcken, bzw. von Broadcast- und Multicast-Netzen von vorneherein abgewiesen, da diese im Internet prinzipiell nicht geroutet werden und es sich dabei mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit um Spam handelt.

/etc/postfix/mx_access:

0.0.0.0/8         REJECT Domain MX in broadcast network
10.0.0.0/8        REJECT Domain MX in RFC 1918 private network
127.0.0.0/8       REJECT Domain MX in loopback network
169.254.0.0/16    REJECT Domain MX in link local network
172.16.0.0/12     REJECT Domain MX in RFC 1918 private network
192.0.2.0/24      REJECT Domain MX in TEST-NET network
192.168.0.0/16    REJECT Domain MX in RFC 1918 private network
224.0.0.0/4       REJECT Domain MX in class D multicast network
240.0.0.0/5       REJECT Domain MX in class E reserved network
248.0.0.0/5       REJECT Domain MX in reserved network

Nun muss daraus noch eine postfix-lookup table erstellt werden:

postmap /etc/postfix/mx_access

main.cf

Nun müssen wir noch postfix konfigurieren und alle Teilkonfigurationen, die wir gerade erstellt haben zusammenfügen. Dies geschieht über die Datei “/etc/postfix/main.cf“:

# -------------------- GENERAL PART START --------------------
allow_percent_hack = no
biff = no
disable_vrfy_command = yes
 
mydestination = $myhostname, $mydomain, localhost
mydomain = domain.tld
myhostname = mail.domain.tld
mynetworks_style = host
myorigin = $mydomain
 
#home_mailbox = Maildir/
#mailbox_size_limit = 2147483648
#message_size_limit = 209715200
local_transport = dovecot
masquerade_exceptions = root
recipient_delimiter = +
# -------------------- GENERAL PART END --------------------
 
# -------------------- VIRTUAL PART START --------------------
virtual_mailbox_base = /var/vmail
relay_domains = proxy:pgsql:/etc/postfix/pgsql/relay-domain-maps.cf
virtual_mailbox_maps = proxy:pgsql:/etc/postfix/pgsql/virtual-mailbox-maps.cf
virtual_mailbox_domains = proxy:pgsql:/etc/postfix/pgsql/virtual-domain-maps.cf
virtual_alias_maps = proxy:pgsql:/etc/postfix/pgsql/virtual-alias-maps.cf
virtual_minimum_uid = 150
virtual_uid_maps = static:150
virtual_gid_maps = static:8
virtual_transport = dovecot
dovecot_destination_recipient_limit = 1
unknown_local_recipient_reject_code = 550
# -------------------- VIRTUAL PART END --------------------
 
# -------------------- RESTRICTIONS PART START --------------------
smtpd_delay_reject = yes
smtpd_helo_required = yes
 
smtpd_client_restrictions =
  permit_mynetworks,
  permit_sasl_authenticated,
  reject_unknown_reverse_client_hostname,
  permit
smtpd_data_restrictions =
  permit_mynetworks,
  permit_sasl_authenticated,
  reject_unauth_pipelining,
  permit
smtpd_helo_restrictions =
  permit_mynetworks,
  permit_sasl_authenticated,
  reject_invalid_helo_hostname,
  reject_non_fqdn_helo_hostname,
  permit
smtpd_recipient_restrictions =
  permit_mynetworks,
  permit_sasl_authenticated,
  reject_non_fqdn_recipient,
  reject_unknown_recipient_domain,
  check_recipient_mx_access cidr:/etc/postfix/mx_access,
  reject_unauth_destination,
  check_recipient_access pcre:/etc/postfix/recipient_checks.pcre,
###  check_policy_service inet:127.0.0.1:12525,
  permit
smtpd_sender_restrictions =
  permit_mynetworks,
  permit_sasl_authenticated,
  reject_non_fqdn_sender,
  reject_unknown_sender_domain,
  permit
# -------------------- RESTRICTIONS PART END --------------------
 
# -------------------- SASL PART START --------------------
broken_sasl_auth_clients = yes
smtpd_sasl_auth_enable = yes
smtpd_sasl2_auth_enable = yes
smtpd_sasl_local_domain = 
smtpd_sasl_type = dovecot
smtpd_sasl_path = private/auth
# -------------------- SASL PART END --------------------
 
# -------------------- TLS PART START --------------------
smtpd_use_tls = yes
smtpd_tls_security_level = may
#smtpd_tls_auth_only = yes
smtpd_tls_CAfile = /etc/postfix/ssl/demoCA/cacert.pem
smtpd_tls_cert_file = /etc/postfix/ssl/server-crt.pem
smtpd_tls_dh1024_param_file = /etc/postfix/ssl/dh_1024.pem
smtpd_tls_dh512_param_file = /etc/postfix/ssl/dh_512.pem
smtpd_tls_key_file = /etc/postfix/ssl/server-key.pem
smtpd_tls_session_cache_database = btree:/var/lib/postfix/smtpd_tls_session_cache
# -------------------- TLS PART END --------------------

master.cf

Ans Ende der “/etc/postfix/master.cf” anhängen:

# Dovecot LDA
dovecot unix - n n - - pipe
flags=DRhu user=vmail:mail argv=/usr/lib/dovecot/deliver -d ${recipient}

Will man auch smtps (Port 465) zulassen, so entfernt man die Raute-Zeichen vor den untenstehenden Zeilen, damit sie wie folgt aussehen (die Leerzeichen vor der zweiten Zeile sind essentiell):

smtps     inet  n       -       -       -       -       smtpd
  -o smtpd_tls_wrappermode=yes

smpts kann nützlich sein, wenn Port 25 aus irgend einem Grund gesperrt sein sollte, denn es operiert auf Port 465, welcher seltener gesperrt ist (zumindest in Studentenwohnheimen und Universitäten), zusätzlich bietet es einen höheren Schutz als plaintext-smtp (doch einen geringeren als smtp+tls).

dovecot

Nun folgt die Konfiguration des dovecot E-Mail-Servers. Zunächst wird dovecot über aptitude:

aptitude install dovecot-imapd dovecot-pop3d

Jetzt wird dovecot noch konfiguriert:

/etc/dovecot/dovecot.conf:

## Dovecot configuration file
 
base_dir = /var/run/dovecot/
 
# imap imaps pop3 pop3s (use imaps and pop3s if configured for SSL)
protocols = imaps imap pop3s pop3 managesieve
 
# Uncomment the ssl_listen statements and comment out listen if using SSL
protocol imap {
  listen = *:143
  ssl_listen = *:993
}
 
protocol pop3 {
  listen = *:110
  ssl_listen = *:995
}
 
protocol managesieve {
  listen = *:2000
}
 
log_timestamp = “%Y-%m-%d %H:%M:%S ”
syslog_facility = mail
 
# Where the mailboxes are located
mail_location = maildir:/var/vmail/%d/%n/maildir
mail_access_groups = vmail
mail_debug = yes
first_valid_uid = 150
last_valid_uid = 150
maildir_copy_with_hardlinks = yes
 
protocol imap {
  login_executable = /usr/lib/dovecot/imap-login
  mail_executable = /usr/lib/dovecot/imap
  imap_max_line_length = 65536
  mail_plugins = quota imap_quota
  imap_client_workarounds = outlook-idle delay-newmail
}
 
protocol pop3 {
  login_executable = /usr/lib/dovecot/pop3-login
  mail_executable = /usr/lib/dovecot/pop3
  pop3_uidl_format = %08Xu%08Xv
  mail_plugins = quota
  pop3_client_workarounds = outlook-no-nuls oe-ns-eoh
}
 
protocol lda {
  postmaster_address = postmaster@ibutho.de
  sendmail_path = /usr/lib/sendmail
  auth_socket_path = /var/run/dovecot/auth-master
  mail_plugins = quota cmusieve
  sieve_global_path = /var/vmail/default.sieve
  log_path = /var/log/dovecot-deliver.log
  info_log_path = /var/log/dovecot-deliver.log
}
 
protocol managesieve {
  sieve = /var/vmail/%d/%n/dovecot.sieve
  sieve_storage = /var/vmail/%d/%n/sieve
}
 
auth_verbose = no
auth_debug = yes
#auth_debug_passwords = yes
 
auth default {
 mechanisms = plain login
 
 passdb sql {
   args = /etc/dovecot/dovecot-sql.conf
 }
 
 userdb sql {
   args = /etc/dovecot/dovecot-sql.conf
 }
 
 userdb prefetch {
 }
 
 user = nobody
 
 socket listen {
  master {
    path = /var/run/dovecot/auth-master
    mode = 0660
    user = vmail
    group = mail
  }
 
  client {
    path = /var/spool/postfix/private/auth
    mode = 0660
    user = postfix
    group = postfix
  }
 }
}
 
dict {
}
 
plugin {
  acl = vfile:/etc/dovecot/acls
  sieve = /var/vmail/%d/%n/dovecot.sieve
}
 
# Uncomment these if using SSL
ssl_cert_file = /etc/ssl/certs/ibutho_server.pem
ssl_key_file = /etc/ssl/private/ibutho_privatekey.pem
ssl_ca_file = /etc/ssl/certs/root.pem
ssl_parameters_regenerate = 168
verbose_ssl = no
# If you want client certificates, use these lines
# ssl_verify_client_cert = yes
# ssl_require_client_cert = yes
# ssl_username_from_cert = yes

Damit das logging nach “/var/log/dovecot-deliver.log” funktioniert, muss die Datei mit entsprechenden Rechten ausgestattet sein:

touch /var/log/dovecot-deliver.log
chmod 640 /var/log/dovecot-deliver.log
chown vmail:mail /var/log/dovecot-deliver.log

/etc/dovecot/dovecot-sql.conf:

driver = pgsql
connect = host=localhost dbname=postfix user=postfix password=xxxxxxxx
default_pass_scheme = MD5
 
user_query = SELECT '/var/vmail/' || maildir AS home, 'maildir:/var/vmail/' || maildir || 'maildir' AS mail, 150 AS uid, 8 AS gid, 'maildir:storage=' || quota AS quota FROM mailbox WHERE local_part = split_part('%n', '+', 1) AND domain = '%d'  AND active = true
 
password_query = SELECT username AS user, password, '/var/vmail/' || maildir AS userdb_home, 'maildir:/var/vmail/' || maildir || 'maildir' AS userdb_mail, 150 as userdb_uid, 8 as userdb_gid FROM mailbox WHERE username = '%u' AND active = true

Testen der Konfiguration

Zuerst kann man serverseitig mittels “netstat -tulpen” testen, ob der Server auf allen beabsichtigten Ports lauscht (110, 143, 993, 995, 2000). Danach kann man mittels “telnet SERVER_IP 143“, bzw. “telnet SERVER_IP 110” testen, ob man eine Verbindung bekommt. Ist dies der Fall, bietet es sich an auszuprobieren, ob man mit einem Mailprogramm auf das Postfach zugreifen kann (es muss natürlich eins in postfixadmin angelegt sein), bzw. ob man auch Mails empfangen und versenden kann.
Ein weiterer wichtiger Test, den man durchführen sollte, ist, ob der Mailserver als “open relay” missbraucht werden kann (kurz und knapp heißt das, ob der Server möglicherweise eine “Spam-Schleuder” ist). Dies kann man u.a. hier testen: http://www.abuse.net/relay.html. Sollten alle Tests Erfolg haben, hat man einen funktionsfähigen Mailserver.

Quellen:
postfixadmin/DOCUMENTS/POSTFIX_CONF.txt

http://blog.schalanda.name/archives/178-EUserv-vServer-Active-Installation-des-Mailsystems.html

http://codepoets.co.uk/postfixadmin-postgresql-courier-squirrelmail-debian-etch-howto-tutorial

http://wiki.rootforum.de/mailserver/postfix

http://wiki.rootforum.de/mailserver/postfix/postfix-admin

http://forum.rootforum.de/viewtopic.php?f=111&t=46643

http://www.postfix.org/postconf.5.html

http://wiki.dovecot.org/MainConfig

http://wiki.dovecot.org/ManageSieve

http://wiki.dovecot.org/LDA/Sieve

http://wiki.dovecot.org/HowTo/DovecotLDAPostfixAdminMySQL

Der neue Server: Teil 4 apache

Nachfolgend stelle ich vor, wie man apache2 inkl. php, sowie ruby über fastcgi installiert. php, bzw. ruby über fastcgi einzubinden bietet den Vorteil, dass die Skripts immer mit Benutzerrechten und nicht mit den rechten des Webserver ausgeführt werden. Zudem kann man so für jeden vHost eine eigene php.ini anlegen.

Installation und Konfiguration

aptitude install apache2 apache2-suexec libapache2-mod-fcgid php5-cgi

Dieser Befehl installiert das apache2- und php5-Grundsystem. Ruby werden wir später installieren, sobald apache und php funktionieren.
Nun aktivieren wir einige apache2-mods:

a2enmod ssl
a2enmod rewrite
a2enmod suexec
a2enmod fcgid
/etc/init.d/apache2 force-reload

Nun legen wir noch einen Benutzer an, unter dem Skripts ausgeführt werden, die nicht direkt einem bestimmten Benutzer zugeordnet werden können (wichtig ist, dass dieser Benutzer eine GID>100 hat):

adduser --system --group --no-create-home www-user

Jetzt ist es an der Zeit die vHost-Strukturen unter “/var/www/” anzulegen. Für jeden vHost wird ein eigener Ordner erstellt und enthält mehrere Unterordner:

  • conf – enthält die php.ini, sowie die fcgi-Konfiguration
  • docs – das Webroot
  • log – enthält die Log-Dateien
  • tmp – für temporäre Dateien
mkdir /var/www/example.com
cd /var/www/example.com/
mkdir conf
mkdir docs
mkdir logs
mkdir tmp
cd /var/www/
chmod 755 -R example.com

Als Nächstes legen wir unter “/var/www/example.com/conf” einen Symlink auf “/etc/php5/cgi/php.ini” an:

ln -s /etc/php5/cgi/php.ini /var/www/example.com/conf/php.ini

Das hat den Vorteil, dass alle vHosts standardmäßig die gleiche php.ini benutzen, man diese aber sehr leicht austauschen kann, falls man bestimmte vHost-spezifische Anpassungen vornehmen muss.
Dann legen wir noch einen fcgi-Starter an:

/var/www/example.com/conf/php-fcgi.conf:

#!/bin/sh
PHPRC="/var/www/example.com/conf"
export PHPRC
#PHP_FCGI_CHILDREN=3
#export PHP_FCGI_CHILDREN
exec /usr/bin/php5-cgi
chmod 755 /var/www/example.com/conf/php-fcgi.conf

Wenn man nun einen neuen vHost erstellt, muss nur dieser komplette Ordner kopiert werden, die Zeile “PHPRC=”/var/www/example.com/conf” angepasst werden, sowie das immutable-bit für die Datei php-fcgi.conf, bzw. php.ini gesetzt werden.

chattr +i /var/www/<ORDNERNAME>/conf/php-fcgi.conf
chattr +i /var/www/<ORDNERNAME>/conf/php.ini

Jetzt muss nur noch eine vHost-Konfiguration für apache angelegt werden. Hierfür legen wir unter “/etc/apache2/sites-available/example.com” ein Template an, welches dann kopiert und angepasst werden kann:

<VirtualHost *:80>
        SuExecUserGroup {USER} {GROUP}
 
        ServerName {SRV_NAME}
#       ServerAlias {SRV_ALIAS}
        ServerAdmin {SRV_ADMIN}
 
        DocumentRoot {DOC_ROOT}
        AddHandler fcgid-script .php
        <Directory {DOC_ROOT}>
                FCGIWrapper {CONF_ROOT}/php-fcgi.conf .php
                Options +SymLinksIfOwnerMatch +MultiViews +ExecCGI -Indexes
                AllowOverride FileInfo
                Order allow,deny
                allow from all
        </Directory>
 
        ErrorLog {LOG_ROOT}/error.log
        CustomLog {LOG_ROOT}/access.log combined
        LogLevel warn
        ServerSignature Off
</VirtualHost>

Um den vHost zu aktivieren, muss man noch folgenden Befehl absetzen:

a2ensite <VHOST_NAME>

Danach noch die apache-Konfiguration neu einlesen und der vHost ist einsatzbereit.

Quellen:
http://wiki.hetzner.de/index.php/Apache_PHP5_fcgi_und_SuExec

php-Addons

aptitude install php5-gd php5-imagick php5-mcrypt php5-mysql php5-pgsql php5-imap php5-suhosin

gd und imagick sind hierbei Bibliotheken zur Bildmanipulation, mcrypt bietet Verschlüsselungsfunktionen, mysql und pgsql sind für den Datenbankzugriff, imap bietet Funktionen zur Interaktion mit einem IMAP-Server und suhosin ist eine Sicherheitserweiterung für php.

ruby

Nun folgt noch die Installation von ruby und ruby on rails – ebenfalls als fastcgi:

 aptitude install ruby rdoc irb rubygems libfcgi-ruby1.8 libmysql-ruby libpgsql-ruby rails libopenssl-ruby1.8

Da fastcgi schon konfiguriert ist, funktioniert ruby, bzw. RoR ohne weitere Konfiguration.

rails über gem installieren

Alternativ kann man rails auch über gem, anstatt über aptitude installieren. Dazu führt man diesen Befehl aus:

gem install rails

Und ändert anschließend “/etc/profile” und nimmt “/var/lib/gems/1.8/bin” in $PATH mit auf (vor “export PATH” hinzufügen):

# add rails to path
PATH="$PATH:/var/lib/gems/1.8/bin"

Quellen:
http://howtoforge.net/ruby_on_rails_debian_etch

Der neue Server: Teil 3 svn, mysql, postgres

Mit diesem Beitrag beginnt nun eine kleine Reihe, wie man verschiedene Serverdienste installiert und konfiguriert. Angefangen wird mit dem Versionskontrollsystem svn (auch unter dem Namen subversion bekannt) und zwei verschiedenen Datenbanksystemen: mysql und postgreSQL.

subversion

SVN wird über den Internet-Superserver xinetd betrieben und hört standardmäßig auf Port 3690. Die Repositories samt ihrer Konfigurationsdateien werden später unter “/var/svn” liegen und der Server wird unter dem Benutzer “svn” laufen.

Zunächst installieren wir xinetd und svn:

aptitude install xinetd subversion

Danach erstellen wir den svn-Benutzer:

adduser --system --group --no-create-home svn

Jetzt registrieren wir Port 3690 für svn:

/etc/services:

# Local services
svn 3690/tcp # subversion
svn 3690/udp # subversion

… erstellen den Ordner “/var/svn”:

mkdir /var/svn/
chown svn: /var/svn/
chmod 755 /var/svn/

… und konfigurieren xinetd, damit er auf Port 3690 Verbindungen für svn entgegennimmt und sie an den svnserve-Server weitergibt:

/etc/xinetd.d/svn

# default: on
# description: Subversion server process
service svn
{
    disable             = no
    socket_type         = stream
    protocol            = tcp
    user                = svn
    wait                = no
    port                = 3690
    server              = /usr/bin/svnserve
    server_args         = -i -r /var/svn/
}

Nun kann man mit dem telnet-Befehl von einem anderen Rechner aus testen, ob svn auf Port 3690 lauscht:

telnet SERVER_IP 3690

Die Ausgabe sollte dann so aussehn:

Trying SERVER_IP...
Connected to SERVER_IP.
Escape character is '^]'.
( success ( 2 2 ( ) ( edit-pipeline svndiff1 absent-entries commit-revprops depth log-revprops partial-replay ) ) ) Connection closed by foreign host.

Mittels des svnadmin-Tools kann man nun Repositories anlegen, verändern, löschen, …

svnadmin create --fs-type fsfs /var/svn/testRepo

Was man mit svn alles anstellen kann, wird hier sehr ausführlich beschrieben: http://svnbook.red-bean.com/. Dieses Buch ist wohl das Standardwerk, wenn es um svn geht und ein weiterer Stern am O’Reilly-Himmel und das Tollste ist: die Online-Version kostet nicht einmal was.

mysql

Man mag von mysql halten, was man will, doch es ist (leider) das Standard-Datenbanksystem für Web-Anwendungen (ein paar Gedanken zu mysql kann man hier finden). Der Vorteil von mysql ist, dass es sehr einfach in der Installation und Handhabung ist, die Nachteile…. naja, findets selbst heraus.

aptitude install mysql-server

Während der Installation wird man nach einem Passwort für den mysql-root Benutzer gefragt. Danach kann man ggf. noch die Konfiguration anpassen (liegt unter “/etc/mysql/my.cnf“). Ein gutes Beispiel für eine mysql-Konfiguration kann man hier finden: http://forum.rootforum.de/viewtopic.php?f=104&t=36343. Eine Anmerkung: wenn man die empfohlene Konfiguration auf rootforum.de benutzt und über phpMyAdmin auf die Datenbank zugreifen will, sollte man die Zeile “skip_show_database” auskommentieren, ansonsten sehen die Benutzer (root ausgenommen) ihre Datenbanken nicht.

Da wir nicht nur eine optimierte Installation, sondern auch eine sichere wollen, führen wir nun noch das “mysql_secure_installation”-Skript aus und beantworten alle Fragen, abgesehen von der über das mysql-root Passwort, mit der Standardantwort.

Quellen:

http://forum.rootforum.de/viewtopic.php?f=104&t=36343

postgres

Kommen wir zu einem richtigen Datenbanksystem: postgres. postgres ist ein freies, quelloffenes (open-source auf “Neudeutsch”) Datenbanksystem, welches komplett ANSI-SQL92 konform ist (das kann manch kommerzielles Datenbanksystem nicht einmal von sich behaupten), unterstützt unter anderem ACID-Transaktionen und Stored Procedures und weitere fortgeschrittene Datenbank-Konzepte. Es erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit und löst mysql in vielen Gebieten ab. Dennoch will ich hier nicht zu viel Werbung machen. Jeder sollte sich selbst Gedanken über das Datenbanksystem machen, das er einsetzt und warum er es einsetzt. Doch wenn man ein Projekt hochziehen will, bei dem man auf fortschrittliche Datenbank-Konzepte zurückgreift, bleiben im open-source Umfeld nicht viele Lösungen übrig.
Die Installation gestaltet sich ähnlich einfach wie bei mysql:

aptitude install postgresql-8.3

Die Konfiguration gestaltet sich etwas anders als die von mysql. Sie ist im wesentlichen mehr an Oracle angelehnt. Über die Datei “pg_hba.conf” kann man Zugriffsrechte vergeben. Wenn man einen Benutzer anlegt, wird standardmäßig auch eine Datenbank mit dem selben Namen erstellt, autoincrement-Werte werden etwas anders definiert als bei mysql, des Weiteren heißen einige Datentypen geringfügig anders, doch die postgres-Dokumentation hilft hier weiter: http://www.postgresql.org/docs/current/static/.
Beispielhaft hier noch Code, wie man einen Benutzer anlegen kann:

su - postgres
createuser -P

Danach wird man nach dem Passwort und der Benutzerrolle gefragt und man kann mit folgendem Code auf die postgres-Konsole zugreifen:

psql -W <Tabellenname>

In einem weiteren Teil gehe ich dann darauf ein, wie man phpMyAdmin und phpPgAdmin einrichtet.